Gogol Bordello, 03.12.08, Garage Saarbrücken

3 12 2008

Dabei: Matthias, Baum, Elisa, Tommy
Bands: Anonyme Vorband, Gogol Bordello
Verfasser des Textes: Tommy

„Gogol Bordello ist die Genese einer neuen Ästhetik, die die Lücke zwischen osteuropäischer und Sinti- und Roma-Kultur mit der westlichen überbrückt“.

Oder „ukrainisches Zigeuner-Punk-Cabaret“, wie Eugene Hütz es selbst sagt! Warum ich die Konzertrezension mit Zitaten, die den Stil der Band beschreiben, beginne? Hauptsächlich wohl, um zu zeigen, dass bei Gogol Bordello der Spaß schon bei der Definition ihres Stils anfängt! Enden tut er an dieser Stelle allerdings noch lange nicht, denn nicht nur bekommt solche Musik in dieser Form sonst nirgends zu hören, nein, ich gehe so weit, sie als eine der größten Live- Erlebnisse unserer Zeit zu bezeichnen! Als Vorband hatten sie irgendeine Band mit unbekanntem Namen, die ganz offensichtlich Playback gespielt hat, da trotz der Drumbeats nirgends jemand hinter dem Schlagzeug saß und die Trompeter und der Saxophonist niemals wirklich spielten! Danke, Vorband, jetzt geht! Nach einiger Zeit wurde es dann dunkel, ein roter Scheinwerfer erleuchtete die Bühne und Hütz betrat die Bühne mit seiner Akustik- Gitarre und fing an zu spielen! Bald darauf folgten ihm dann auch seine Bandkollegen und später auch seine Bandkolleginnen und fingen an, ihren Gypsy Punk auf das Publikum loszulassen! Anfangs hatte ich Angst, es würden kaum Leute kommen, doch glücklicherweise füllte sich der Raum immer mehr! Und nachdem Gogol Bordello erstmal angefangen hatte zu spielen, hörten sie nicht mehr auf! Ich muss ehrlich sagen, eine derartige Energie und Power ist mir bisher noch bei keiner Band untergekommen, denn sie spielten wirklich ununterbrochen, es gab keine Pausen zwischen den Songs, alles ging nahtlos ineinander über und auch die Konversation mit dem Publikum fand beim Musizieren statt! Und es wurden auch keine ruhigen, besinnlichen Songs gespielt, nein, es herrschte die ganze Zeit Vollgas, Gefangene wurden keine gemacht! Und jeder der Mitglieder gab 100 Prozent, meine maximale Bewunderung für Geiger Sergey Ryabtzev, denn auch wenn er schon ein bisschen älter ist, so steht er den anderen Mitgliedern der Kombo an Energie um nichts nach!
Erstrebenswert! Naja, jedenfalls war ihr Set stark dominiert von Songs ihrer letzten zwei Alben, gespielt wurde u.a. Wonderlust King, Supertheory Of Supereverything, American Wedding, Immigrant Punk, Think Locally, Dogs Were Barking, Not A Crime, Undestructable, Baro Foro und natürlich auch ihr bekanntester Song „Start Wearing Purple“ als Auftakt für die Zugabe! Bevor sie das Lied richtig anfingen zu spielen, sang Hütz noch einen deutschen Text (ich hab zugegebenermaßen nur „Mädchen“ verstanden) und stimmte noch „We Don‘t Need No Education“ an. Danach legte er los und der Saal tobte! Um punkt 23 Uhr war die Show dann auch vorbei, vorher rannte die ganze Band noch einmal tüchtig von einer Bühnenseite zur nächsten und so ließen sie das Konzert ausklingen! Sowohl beim Publikum als auch bei der Band schien ziemlich viel Schweiß geflossen zu sein, aber beide Seiten schienen auch eine Menge Spaß gehabt zu haben!
Zusammenfassend kann man sagen, dass nicht nur ihre Musik an sich etwas ist, was man dauernd findet, nein, auch live liefern sie ein ganz hohes Niveau, und wer von dieser Band nicht mitgerissen wird, der versteht es einfach nicht! Dennoch lege ich jedem dringend ans Herz, es mal auf einen Versuch ankommen zu lassen, sollte Gogol Bordello mal in die Nähe kommen, denn es besteht definitiv die Gefahr, was zu verpassen!

10/10 Punkten

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One response

24 08 2010
FREQUENCY 2010 – da wird nicht schlapp gemacht – Day 1 « Laila's Musik Blog

[…] verrückte Gruppe durfte ich ja letztes Jahr schon beim Nova Rock erleben und was soll ich sagen? Sie wissen wie man […]

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