Demented Are Go, 30.01.09, Roxy Saarbrücken

31 01 2009

Dabei: Marcel, Tommy

Bands: ???, Demented Are Go

Verfasser der Rezension: Tommy

Sparky
Sparky

Dementer Zombie
Dementer Zombie

Über drei Jahre sind vergangen, seit wir damals in Saarbrücken unser erstes Psychobilly- Konzert erlebt hatten, in Gestalt von den Peacocks und Mad Sin! War das ein Abend damals, die Peacocks entpuppten sich als starke Neuentdeckung und Mad Sin lieferten eine atemberaubende, laute und dreckige Show ab, wie man es von ihnen nicht besser hätte erwarten können! Damals fehlten uns die Kenntnisse, um schon behaupten zu können, dass Mad Sin die Könige ihres Genres sind, dennoch taten wir es! Jetzt, im Jahr 2009, mit einigen Kenntnissen mehr und vor allem nach diesem Konzert hier sehe ich diese These allerdings mehr als gestützt!

Demented Are Go ist wohl neben den Meteors eine der Kultbands der Psychobilly- Welt, nicht zuletzt deshalb, weil sie mit die erste Band war, die diese Musik in großem Stil spielte! Klar, ihr Erscheinungsbild ist auch schon ein markantes Markenzeichen dieser Band! Für solche die es verzeihlicherweise nicht wissen, sie erscheinen immer in Zombie- Montur mit untoten und blutverschmierten Gesichtern! Mit ihrer Musik konnte ich mich ehrlich gesagt nie so recht anfreunden, klang sie doch etwas monoton und uninspiriert! Vielleicht bin ich auch einfach nicht so hundertprozentig im Genre drin, ich meine, ich mag Tiger Army, ein Umstand, für den man von jedem echten Psychobilly auf die Fresse gehauen kriegt! Ja, Tiger Army ist wohl ein rotes Tuch für die Psychos!

Zurück zum Thema, Marcel war musikalisch über Demented Are Go derselben Ansicht wie ich, aber wir dachten, dass eine Band mit einem solchen Image dann doch eine wilde Show auf die Beine stellen würde und dass die Musik live vielleicht sogar ganz anders rüberkommt! Den Rest des Beitrags lesen »

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Gogol Bordello, 03.12.08, Garage Saarbrücken

3 12 2008

Dabei: Matthias, Baum, Elisa, Tommy
Bands: Anonyme Vorband, Gogol Bordello
Verfasser des Textes: Tommy

„Gogol Bordello ist die Genese einer neuen Ästhetik, die die Lücke zwischen osteuropäischer und Sinti- und Roma-Kultur mit der westlichen überbrückt“.

Oder „ukrainisches Zigeuner-Punk-Cabaret“, wie Eugene Hütz es selbst sagt! Warum ich die Konzertrezension mit Zitaten, die den Stil der Band beschreiben, beginne? Hauptsächlich wohl, um zu zeigen, dass bei Gogol Bordello der Spaß schon bei der Definition ihres Stils anfängt! Enden tut er an dieser Stelle allerdings noch lange nicht, denn nicht nur bekommt solche Musik in dieser Form sonst nirgends zu hören, nein, ich gehe so weit, sie als eine der größten Live- Erlebnisse unserer Zeit zu bezeichnen! Als Vorband hatten sie irgendeine Band mit unbekanntem Namen, die ganz offensichtlich Playback gespielt hat, da trotz der Drumbeats nirgends jemand hinter dem Schlagzeug saß und die Trompeter und der Saxophonist niemals wirklich spielten! Danke, Vorband, jetzt geht! Nach einiger Zeit wurde es dann dunkel, ein roter Scheinwerfer erleuchtete die Bühne und Hütz betrat die Bühne mit seiner Akustik- Gitarre und fing an zu spielen! Bald darauf folgten ihm dann auch seine Bandkollegen und später auch seine Bandkolleginnen und fingen an, ihren Gypsy Punk auf das Publikum loszulassen! Anfangs hatte ich Angst, es würden kaum Leute kommen, doch glücklicherweise füllte sich der Raum immer mehr! Und nachdem Gogol Bordello erstmal angefangen hatte zu spielen, hörten sie nicht mehr auf! Ich muss ehrlich sagen, eine derartige Energie und Power ist mir bisher noch bei keiner Band untergekommen, denn sie spielten wirklich ununterbrochen, es gab keine Pausen zwischen den Songs, alles ging nahtlos ineinander über und auch die Konversation mit dem Publikum fand beim Musizieren statt! Und es wurden auch keine ruhigen, besinnlichen Songs gespielt, nein, es herrschte die ganze Zeit Vollgas, Gefangene wurden keine gemacht! Und jeder der Mitglieder gab 100 Prozent, meine maximale Bewunderung für Geiger Sergey Ryabtzev, denn auch wenn er schon ein bisschen älter ist, so steht er den anderen Mitgliedern der Kombo an Energie um nichts nach! Den Rest des Beitrags lesen »





Less Than Jake, 24.11.08, Roxy Saarbrücken

24 11 2008

Dabei: Andi, Tommy
Bands: Cashless, Guttermouth, Less Than Jake
Verfasser des Textes: Tommy

Ein Ska Punk Konzert, und das im Winter! Nicht unbedingt die naheliegendste Kombination, wird sich manch einer denken! Aber tatsächlich waren wir alle vor exakt zwei Jahren in genau demselben Club, um ebenfalls eine Ska Band zu sehen, und diese Band war Rantanplan, eine Band, die in der TP Historie eine gewisse Rolle spielt! Zwei Jahre, selbes Genre, selber Club! Zufall? Ja, wahrscheinlich schon! Naja, zurück zum Thema! Aufgrund schwacher Vorverkaufszahlen wurde das Konzert von der Garage ins Roxy verlegt und als wir angekommen waren, bemerkten wir die geringe Besucherzahl sofort! Aber das sollte sich im Laufe der Zeit legen! Als erstes war die deutsche Band Cashless aufgetreten, die irgendwie nach einem Mischmasch von Bands wie No Use, Bad Religion und einer x- beliebigen Boston Street Punk Band klang! Nichts, was ich jetzt sofort als CD haben muss oder nach deren weiteren Konzertterminen ich mich sofort erkundigen würde, aber eine solide Vorband! Ich bin ja schon froh, eine deutsche Punkband zu sehen, die nicht wie die Casualties oder die US Bombs aussieht! Genug gesagt!

Der Raum hatte sich inzwischen etwas gefüllt und es war Zeit für den Auftritt von Guttermouth, die, auch wenn ihre Musik auf Platte etwas durchschnittlich daherkommt, live ein absolutes Highlight waren! Der Sänger Mark hatte vor nichts und niemandem Respekt und verarschte jeden, der es darauf anlegte, egal ob die Spacken im Anzug, den Dämelpunk aus der ersten Reihe, der für alles einen dummen Spruch auf Lager hatte, oder einfach irgendwelche dahergelaufenen Leute oder auch erwähnte Bands! Die Musik hatte auch gerockt, aber das Geilste war, das einige Leute, wie sich vor allem später herausstellte, tatsächlich beleidigt waren! Genau wie Mitch Clem sagt, am wenigsten Humor in Bezug auf die Punkkultur haben die Punks selbst, und so war es! Genau dieser Umstand machte uns die Band noch einmal so sympathisch und überhaupt, so eine herrlich respektlose und ausfallende Band habe ich noch nie gesehen! Volle Punktzahl für Guttermouth!

Umso schwerer hatte es Less Than Jake, auf dem grandiosen Auftritt ihrer Vorband aufzubauen! Humortechnisch scheiterten sie auch vollkommen daran, auch wenn sie ein paar witzige Sprüche gebracht und einzelne Leute verarscht hatten, die Messlatte hing einfach noch zu hoch dank Guttermouth! Ihre Musik war vor allen Dingen extrem laut! Mir hatten noch, als ich endlich daheim war, die Ohren geklingelt! Ihr Set beinhaltete zu viel von ihrem neuen, in meinen Augen bzw. Ohren belanglosen und etwas langweiligen Album, daneben ein paar Hits wie „Scott Farcas Takes It On The Chin“, „Look What Happened“, „Johnny Quest Thinks We’re Sellouts“ usw.! Wie bereits erwähnt hatte es morgens geschneit und war schweinekalt, und eine Ska Band wie Less Than Jake gehört eigentlich eher in den Sommer! Zudem ist ein kleiner stickiger Club wie das Roxy auch ein unpassender Ort, eine Open Air Tribüne wäre passender! Also war es nicht der richtige Ort und die richtige Zeit für eine solche Band! Daher würde ich sie jederzeit gerne mal wieder auf einem Sommerfestival unter der Sonne spielen sehen, aber in einem Club kommen ihre Intention, ihr Stil und ihre Stimmung nicht so rüber wie sie es tun sollte! Trotzdem sollte man als wirklicher Fan auch hier seinen Spaß haben, und überhaupt, schon wegen Guttermouth hat sich der Abend gelohnt! Und deren Musik kommt überall gleich rüber, da braucht es weder eine bestimmte Jahreszeit noch einen bestimmten Ort! Gutter Gutter Gutter Go!

7/10 Punkten





Rancid, 15.11.08, Astoria London

15 11 2008

Dabei: Kaltwang, Seppel, Tommy
Bands: GBH, Rancid
Verfasser des Textes: Tommy

Ist euch aufgefallen, dass diese Überschrift größer ist als es die von den anderen Texten sind? Tja, das hat einen einfachen Grund: Als zehnjähriger Rancid Fan, der schon so lange darauf gewartet hat, endlich mal seine Lieblingsband live bewundern zu können, muss man das Ganze auch entsprechend würdigen! Und, damit das von vornherein klar ist: ES WAR FANTASTISCH!

Aufgrund “gewisser Umstände” sind wir wesentlich später in dem Club angekommen wie ich das gern gehabt hätte, aber das musste ich wohl oder übel in Kauf nehmen! Egal, jedenfalls ist das ganze schon mal damit losgegangen, dass Charlie Harper am Anfang an uns vorbeigegangen ist, ja genau, jener Charlie Harper, der seit 80 Jahren Frontmann der UK Subs ist! Er hat gerade einem Fan etwas über GBH erzählt, und er hat dabei ein enthusiastisches Leuchten in den Augen gehabt! Ganz ehrlich, ich mag den Kerl! Den Rest des Beitrags lesen »





Rantanplan, 25.10.08, JUZ Neunkirchen

25 10 2008

Dabei: Marcel, Tommy
Bands: Greedy Bees, Jelly Toast, Rantanplan
Verfasser des Textes: Tommy

Das war unser drittes Rantanplan- Konzert, allerdings das erste, seit wir ihr Video gemacht haben! Daraus folgt freier Eintritt, da wir auf der Gästeliste gestanden haben! Starkes Gefühl, muss ich zugeben! Soviel dazu, jedenfalls war das JUZ gut besucht, von einem teilweise sehr punkig angehauchten Publikum, wir reden hier von diesem Casualties- Stil, was ehrlich gesagt meiner Meinung nach ein bisschen zu prollig daherkommt, aber jeder, wie er will! Punk und seine Klischees, wer kennt sie nicht? Was das JUZ angeht, es war ein für kleinere Konzerte gut geeigneter Raum, mit Supermarkt in nächster Nähe, genug Platz, günstigen Bierpreisen am Stand und vor allem Klos mit nicht intakten Waschbecken! Pinkeln und sich danach nicht die Hände waschen, das ist Punk Rock! Den Rest des Beitrags lesen »





Far From Finished, 20.10.08, Garage Kleiner Klub SB

20 10 2008

Dabei: Andi, Tommy
Bands: Rat City Riot, Far From Finished
Verfasser Des Textes: Tommy

Eigentlich hätten wir dieses Konzert schon letztes Jahr sehen sollen, aber leider musste die Band das Konzert wegen eines kaputten Reifens absagen. Schade, aber man konnte der Band keinen Vorwurf machen! Dieses Jahr waren sie da, und sie hatten die Band Rat City Riot mitgebracht, die ein herrlich druckvolles Set lieferte, Rotziger Streetpunk vom Feinsten, und am Schluss hatten sie sogar noch David Hasselhoff’s “I Am Looking For Freedom” gespielt, dass für mich seit dem Turbonegro Konzert 2005 vom Punk nicht mehr wegzudenken ist(siehe entsprechende Rezension)! Far From Finished lieferten ein ebenso druckvolles Set, der Sänger Steve Neary stand immer mit einem Fuß im Publikum und war einfach der ideale Frontmann für eine solche Band! Aber jeder Einzelne hatte vollen Einsatz gebracht und auch wenn es ein wirklich kleines Konzert mit wenig Publikum war, das machte das Ganze nur umso persönlicher und irgendwie familiär! Ihr Set hat man schneller gesagt, wenn man sagt, was sie nicht gespielt haben! Also, vom ersten Album wurde nicht gespielt: One Lifetime und Castaway. Album 2: New Tune, Impostor. Dafür kamen hinzu das Lied “Radio Radio” vom Split mit Left Alone und zum Abschluss noch ein grandioses Operation Ivy Cover, typischerweise natürlich “Knowledge”! Da musste ich dann auf die Bühne und mit der Band ins Mikro grölen! Das kleine Publikum war begeistert und es wurde nach Herzenslust mitgesungen! Und hätten sie nicht um 22:30 aufhören müssen, sie hätte jedes Lied gespielt, dass sie kennen!

Ich muss eins loswerden: Große Konzert von großen Bands machen Spaß und die Atmosphären sind manchmal überwältigend, aber um den wahren Geist der Rock Musik, speziell von Punkmusik, richtig fühlen zu können, muss man auf das Konzert einer kleinen Band wie Far From Finished gehen, da sieht man, wie die Band ehrlich und energisch drauflos rockt und das Publikum Teil der Show werden lässt! Ich  hoff, Far From Finished bleiben wie sie sind, auch wenn ich ihnen zugleich mehr Erfolg wünsche! Was dieses Konzert speziell angeht, so habe ich keinerlei Grund, nicht 10 Punkte zu geben!

10/10 Punkten





Portugal. The Man, 15.09.08, Garage Kleiner Klub, SB

15 09 2008

Dabei: Matthias, Jasmin, Tommy
Bands: Saboteur, Portugal. The Man
Verfasser des Textes: Tommy

Eins vorweg, dieses Konzert war eine Gefälligkeit für meinen Zivi- Kumpel Matthias, damit er im Gegenzug mit auf Gogol Bordello kommt! Und dem entsprechend war das Konzert. P.TM sind eine Band, die Indie Rock mit leichten Alternative- Tendenzen spielen, deren Sänger wie eine Frau klingt, die kaum mit dem Publikum reden und auch keine nennenswerte Live-Stimmung verbreiten! Ihre Vorband Saboteur gefiel mir eher, sie hatten zwar auch Alternative- Einflüsse intus, jedoch vermengt mit einer Art Poppunk, wodurch sie teilweise noch coole Lieder hervorgebracht haben! Hinzu kommt, dass hier etwas mehr Konversation mit dem Publikum stattgefunden hat! Anfangs spielte auch noch eine weitere Vorband mit mir unbekanntem Namen, die solide Rockmusik gespielt haben. Sie waren eigentlich die unbesungenen Helden des Abends! Was die Show von P.TM angeht, wie gesagt, Konversation mit dem Publikum fand nicht statt, sie ratterten ihr Set runter ohne Anheizung des Publikums, die Lieder waren zu vernachlässigen und die Lichteffekte haben genervt! Trotzdem war nicht alles schlecht, denn immerhin hatten sie noch gewisse druckvolle Momente, in denen die Musik tatsächlich gerockt hat! Hier wieder Kritikpunkt Publikum, denn die Leute haben die ganze Zeit wie angewurzelt dagestanden und allenfalls mit dem Kopf mitgenickt. Toll!

Also insgesamt ein recht dürftiges Live- Erlebnis, wobei ich dazusagen sollte, die Musik ist einfach nicht mein Fall! Matthias und eine Freundin von ihm, namentlich Jasmin, beide Fans der Gruppe, schienen mehr Spaß gehabt zu haben, wobei ich immer noch nicht kapier, dass man, wenn man die Musik wirklich mag, die ganze Zeit an derselben Stelle stehen kann! Naja, vielleicht ist das, genau wie mit der Musik selbst, einfach nur Geschmackssache!

5/10 Punkten